Home
Die Montessori Schule informiert

Untertitel
Die Montessori Schule informiert

 

Den offiziellen Startschuss zur Schulentwicklung gab der Schulrat der Montessori Schule am 16. März 2009. Damit begann für die Schule ein 2-3-jähriger Prozess, in dem die Schule ihre Pädagogik, Kultur und Grundlagen weiter entwickelt. Das Vorhaben basiert auf der Überzeugung, dass die Schule ein dynamisches System bzw. ein Organismus ist, in dem Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Eltern eine aufs Ganze abgestimmte Rolle spielen. Für alle drei Bezugsgruppen sind Aktivitäten vorgesehen, in deren Rahmen die gemeinsame Vorstellung von Schule und Lernen reflektiert und verwirklicht wird. Ausgangspunkt ist eine ganzheitliche Denkweise, verbunden mit der Montessori Pädagogik und ihrem Fokus auf der Eigenverantwortlichkeit des Individuums und des von Mensch zu Mensch unterschiedlichen inneren „Lernfahrplans“.

 

Auch die Eltern sind gefordert

Es ist das Vorrecht des Kindes, die Welt unbefangen, mit offenen Augen zu entdecken. Doch „nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch,“ sagt Erich Kästner. Die Neu-Gier, die Bereitschaft, Neues zu entdecken, lebenslang zu lernen, ist die „Heraus-Förderung“, mit der sich Eltern auch aufgrund ihrer Kinder konfrontiert finden. Die Begegnung mit den Kindern gibt Eltern Tag für Tag Anstösse, um über eigene Verhaltensweisen und Muster, Ansichten und Clichés nachzudenken und sich dem eigenen Prozess zu stellen. Als Teil der Schulentwicklung entsteht an der Montessori Schule March ein Angebot zur Weiterbildung für die Eltern. 

Nehmen Sie ein Gleis mit zwei Schienen: Die linke Schiene steht für die Kinder, die rechte für die Eltern. Wenn sich Letztere nicht ebenfalls einem intensiven Prozess stellen, wenn die Schienen auseinander laufen, kommt es zur Zerreissprobe. Bleibt die Frage, wer oder was nun die Schwellen ausmacht, um die beiden Gleise zusammenzuhalten. Ist es die so genannte vorbereitete Umgebung nach Maria Montessori, sind es das konstruktivistische Menschenbild und das pädagogische Verständnis, oder sind es die Lehr- und Bezugspersonen?

 
Wie „passiert“ Lernen?

Wie es zu Lernen kommt muss die Grundfrage jeder Schule sein. Jedes Kind entwickelt sich dabei unterschiedlich. Die Einen beginnen langsam und werden mit der Zeit schneller, andere erleben es genau umgekehrt. Vorauszusagen, ja vorauszuplanen, wo Schülerinnen und Schüler entsprechend Alters- und Schuljahren genau stehen sollen, entspricht weder der Realität noch den Bedürfnissen des Kindes. Die Frage ist, wie ein lernförderndes Umfeld gestaltet werden kann, welches das Kind dort ansetzen lässt, wo es gerade steht. Die Frage ist am Ende nicht, ob individuelle Lernerfolge in einen von aussen verfügten Noten- oder Qualitätsraster passen, sondern ob sich das Kind innere Strukturen, Lernstrategien und Einsichten angeeignet hat. Letztlich zählt die wirkliche Substanz, nicht die Messung. Die Montessori Schule March basiert seine Pädagogik auf der inneren (intrinsischen) Motivation des Kindes und setzt auf den „teachable moment“ für passende Lernschritte. Der Lehrplan, im Montessori-Umfeld als Lernplan gehandhabt, dient als Referenzpunkt; Lernrhythmus und inhaltliche Auswahl liegen in der Verantwortung des Kindes.  

 
Kompetenzorientiertes Lernen

Auf das Schuljahr 2008/09 hin wurde der Kompetenzraster an der Montessori Schule March eingeführt. Er überlässt Schülerinnen und Schülern die Verantwortung für das eigene Lernen. Als Orientierungshilfe steht ihnen ein so genannter Kompetenzraster mit Referenztabellen zu verschiedenen Fachgebieten zur Verfügung. Auf Grund des differenzierten Entwicklungshorizontes können Schülerinnen und Schüler selber erkennen, wo sie stehen und wie ihre momentane Leistungsfähigkeit zu bewerten ist. Die Lehrpersonen coachen sie in miteinander vereinbarten Lernjobs, aus denen sich nächste Lernschritte ergeben. Kompetenzorientiertes Lernen ist bereits auf der Primarstufe ein Thema; die angewendeten Methoden und Hilfsmittel variieren aber je nach Stufe. Die direkte Arbeit mit dem Kompetenzraster spielt dann insbesondere auf der Orientierungsstufe eine zentrale Rolle, die weiter gefördert werden soll.